Neue Humanstudie zu Magnesium L-Threonat (Magtein®): Was sagen die Ergebnisse wirklich?
Magnesiumpräparate sind beliebter denn je, aber nicht jede Magnesiumform erhält gleich viel wissenschaftliche Aufmerksamkeit. Eine der am meisten diskutierten Formen der letzten Jahre ist Magnesium L-threonat, auch bekannt unter dem Markennamen Magtein®. Diese Form ist vor allem für ihre mögliche Unterstützung kognitiver Funktionen, der Konzentration und der Schlafqualität bekannt. Außerdem ist diese Magnesiumform für ihre Fähigkeit bekannt, die Blut-Hirn-Schranke zu passieren, wodurch Magnesium im Gehirn möglicherweise effizienter verfügbar wird.
Im Jahr 2025 erschien im Fachjournal Frontiers in Nutrition eine neue placebo-kontrollierte Humanstudie, in der Forschende die Auswirkungen von Magnesium L-threonat bei gesunden Erwachsenen mit verminderter Schlafqualität untersuchten. Doch wie aussagekräftig ist diese Studie wirklich, und was können wir daraus schließen?
Studiendesign
Die Studie wurde durchgeführt als:
- randomisierte Studie
- Doppelblindstudie
- Placebo-kontrollierte Studie
Insgesamt nahmen 100 Erwachsene im Alter zwischen 18 und 45 Jahren teil. Alle Teilnehmenden berichteten von einer verminderten Schlafqualität, waren ansonsten jedoch gesund.
Die Teilnehmenden erhielten über 6 Wochen täglich:
-
2 Gramm Magnesium L-threonat
oder - ein Placebo
Während der Studie wurden verschiedene kognitive Tests durchgeführt. Außerdem nutzten die Forschenden auch Wearables, um physiologische Daten wie Herzfrequenz und HRV (heart rate variability) zu messen.
Was fanden die Forschenden heraus?
Den Ergebnissen zufolge zeigte die Magnesium-L-threonat-Gruppe Verbesserungen bei:
- Arbeitsgedächtnis
- Reaktionszeit
- Hand-Auge-Koordination
- kognitive Leistungsfähigkeit
- subjektive Schlafqualität
- Herzfrequenzvariabilität (HRV)
Außerdem berichteten die Forschenden von einer Verbesserung des sogenannten „cognitive age“, wobei die Teilnehmenden im Durchschnitt so abschnitten, als entspräche ihre kognitive Leistung einem jüngeren Alter.
Das zog online viel Aufmerksamkeit auf sich, weil einige Medien dies mit „jüngeres Gehirn“ übersetzten. Dennoch ist hier eine Nuancierung wichtig.
Was bedeutet „7,5 Jahre jüngeres Gehirn“ eigentlich?
Eine der auffälligsten Aussagen der Studie war eine Verbesserung des kognitiven Alters um etwa 7,5 Jahre.
Das bedeutet jedoch nicht, dass das Gehirn buchstäblich biologisch jünger wurde. Es geht um einen berechneten Score auf Basis kognitiver Testergebnisse. Wenn jemand bei Gedächtnis, Reaktionszeit und Aufmerksamkeit besser abschneidet, kann dies modellhaft in ein „jüngeres kognitives Alter“ übersetzt werden.
Es handelt sich also vor allem um eine statistische Interpretation der Testergebnisse, nicht um eine direkte Messung der biologischen Verjüngung des Gehirns.
Warum ist diese Studie interessant?
Diese Studie ist stärker aufgebaut als viele andere Supplement-Studien. Das liegt unter anderem daran, dass die Forschenden Folgendes nutzten:
- Placebo-Kontrolle
- doppelblinde Randomisierung
- objektive kognitive Tests
- physiologische Messungen über Wearables
Es wurde auch die NIH Toolbox verwendet, eine bekannte Plattform für kognitive Tests, die in der wissenschaftlichen Forschung häufiger eingesetzt wird.
Außerdem stimmen die Ergebnisse teilweise mit früheren Studien zu Magnesium-L-Threonat überein, in denen ebenfalls Verbesserungen der Schlafqualität und der kognitiven Leistungsfähigkeit beobachtet wurden.
Was können wir daraus schließen?
Diese Humanstudie liefert interessante Hinweise darauf, dass Magnesium-L-Threonat möglicherweise Unterstützung bieten kann bei:
- kognitive Leistungsfähigkeit
- Fokus
- Arbeitsgedächtnis
- mentale Leistung unter Stress
- Schlafqualität
Die Kombination aus kognitiven Tests und HRV-Messungen macht diese Studie stark.
Schlussfolgerung
Magnesium-L-Threonat gehört derzeit zu den am besten untersuchten Magnesiumformen im Bereich der kognitiven Unterstützung. Diese neue Studie aus dem Jahr 2025 trägt zur wachsenden Zahl an Hinweisen bei, dass diese Form möglicherweise Vorteile für Fokus, Gedächtnis und schlafbezogene kognitive Leistungsfähigkeit bieten kann.
Quellenangaben
- Frontiers in Nutrition (2025). Auswirkungen einer Supplementierung mit Magnesium-L-Threonat auf Kognition, Schlafqualität und physiologische Stressmarker bei gesunden Erwachsenen. Verfügbar über: https://www.frontiersin.org/journals/nutrition/articles/10.3389/fnut.2025.1729164/full
- Hausenblas, H. A. et al. (2024). Supplementierung mit Magnesium-L-Threonat und Schlaf-/kognitive Ergebnisse. Nutrients.
- Slutsky, I. et al. (2010). Verbesserung von Lernen und Gedächtnis durch Erhöhung des Magnesiums im Gehirn. Neuron, 65(2), 165–177.
- Vink, R. & Nechifor, M. (2011). Magnesium im zentralen Nervensystem. University of Adelaide Press.